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  Bausatzvorstellung: Messerschmitt Me 509
  (RS Models, Art.Nr. 92203, Maßstab 1:72)
  von Bernd Heller

 

 

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Das Original:

Das Projekt der Me 509 war eine Ableitung aus der real existierenden Me 309. Hier wurde der Motor zum Schwerpunktzentrum zurück versetzt, der über eine verlängerte Welle den Propeller im Bug antreiben sollte. Die Gewichtsverlagerung sollte eine stabile Fluglage unterstützen. Gleichzeitig wurde das Bugfahrwerk entlastet, welches ein Schwachpunkt der Me 309 war. Auch die Sichtverhältnisse des Piloten waren jetzt deutlich verbessert. Leitwerk und Fahrwerk sollten von der Me 309 übernommen werden. In den Tragflächen war eine schwere Bewaffnung vorgesehen.

In wie weit die amerikanische Bell P-39 Airacobra, die eine sehr ähnliche Konstruktion war, das deutsche Projekt beeinflusst hat, ist unbekannt. Als die Arbeiten an der Me 309 eingestellt wurden, bedeutete dies auch das Ende der Planungen an der Me 509.

  

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Der Bausatz:

RS Model hat einen neuen Spritzling mit den Bauteilen für den Rumpf und das Cockpit der Me 509 hergestellt und diese Teile den Bauteilen der Me 309 beigelegt. Fertig ist der neuen Bausatz. Die Qualität entspricht der einer guten Kleinserienherstellung und lässt noch genügend Spielraum für eigene Verbesserungen. Wer möchte, kann hier auch in der Bausatzvorstellung der Me 309 lesen.

 

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Die Bauanleitung besteht aus einem beidseitig bedruckten A4-Blatt und ist leicht verständlich aufgebaut. Leider fehlt auch hier eine Gewichtsangabe, damit man verhindert, das sich das Modell auf dem Hosenboden setzt. Die farbigen Lackierungshinweise befinden sich auf der Kartonrückseite und sind nach RLM- und Mr. Color-Farben nummeriert. Der glänzend gedruckte Markierungsbogen erlaubt die Darstellung einer von vier fiktiven Einsatzmaschinen. Wartungshinweise sind keine vorhanden.

 

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Der Motor der Me 509 ist auf den Zeichnungen der Kartonvorder- und Rückseite deutlich nach hinten versetzt. Legt man das passende Bauteil zum Vergleich darunter, fällt das sofort auf. Ein Vergleich mit Risszeichnungen (z.B. bei Monografie Lotnicze Nr. 44, Seite 48 und 49), ergibt hier eine Übereinstimmung mit dem Bauteil. Also: Glück für den Modellbauer! Aber bloß nicht so streng sehen – die Me 509 gab es ja nur auf dem Papier.

 

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Ein Fazit:

Wenn man die komplette Reihe der Me 109 als Modell in 1:72 darstellen möchte, so schließt RS Models mit der Me 509 als Spritzgussbausatz eine Lücke. Denn bis dato gab es das Modell entweder nur als relativ teuren Resinbausatz (ebenfalls von RS Models) oder als aufwändigen Umbau aus dem Me 309-Bausatz von HUMA.

 

Eine mögliche Bezugsquelle gibt es bei unserem Fördermitglied Modellbaier.

Weitere Informationen zum Hersteller RS Models gibt es hier.

 

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz