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  Bausatzvorstellung: Messerschmitt Me 309 V1/V2
  (RS Models, Art.Nr. 92201, Maßstab 1:72)
  von Bernd Heller

 

 

 

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Das Original:

Nach dem die deutschen Piloten in der Luftschlacht um England mit der Supermarine Spitfire erstmals auf einen gleichwertigen Gegner stießen, werteten man bei Messerschmitt diese Erfahrungsberichte aus. Man kam zu dem Ergebnis, das eine höhere Geschwindigkeit, größere Reichweite und eine bessere Bewaffnung benötigt würden, um gegen diesen Gegner zu bestehen. Ende 1940 wurde diese Berichte gebündelt und als Me 309, dem Nachfolgemodell der Bf 109, projektiert. Neu konstruierte Baugruppen wurden ab 1941 an umgebauten Bf 109-Versuchsmaschinen getestet. Von Seiten des RLM wurde dem Projekt aber keine große Priorität zugewiesen, denn die Fw 190 versprach bessere Leistungen. Daher wurde vom RLM nur der Bau von vier Prototypen genehmigt. Bei Messerschmitt nahm man die Me 309 als Ausweichlösung, falls das Projekt mit der Me 262 scheitern sollte. Da dem nicht so war, war dies auch das faktische Ende der Me 309.

So fand der Erstflug der Me 309 V1, Kennung GE+CU, erst im Juli 1942 statt. Weitere Testflüge zeigten deutliche technische Probleme mit der Maschine auf und nur sehr erfahrene Piloten konnten das Flugzeug beherrschen. Einen Schaukampf gegen einer Bf 109 G konnte die Me 309 nicht gewinnen. Die Me 309 V2 wurde bei einem Landeunfall Ende November 1942 so schwer beschädigt, das eine Reparatur nicht sinnvoll war. Für diese Versuche wurde dann die V3 verwendet. Die V4 wurde mit schwerer Bewaffnung ausgestattet. Doch bevor erste Versuche stattfinden konnten, wurde die Maschine bei einem Luftangriff zerstört. Die V1 und V3 wurde später noch für Versuche mit Me 262-Bauteilen benutzt. Im Herbst 1943 wurde das Me 309-Programm offiziell eingestellt.

Es waren verschiedene Versionen der Me 309 geplant. Jedoch kamen sie nicht über das Zeichenbrett hinaus. Kurzfristig, als an dem Projekt Bf 109 Z gearbeitete, wurde, wurde auch über eine Me 609 „Zwilling“ nachgedacht. Aber auch das wurde dann nicht umgesetzt.

 

 

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Der Bausatz:

Mit Art.Nr. 92201 (V1 / V2) und 92202 (V4) bietet RS Models die Me 309 in 1:72 erstmals in einer zeitgemäßen Herstellungsqualität an. Davor gab es als beste Alternative den Bausatz von HUMA, gefolgt von Merlin Models oder als Vaku-Version von Frank Modellbau.

Der Bausatz besteht aus drei Spritzlingen mit total 59 Bauteilen. Einige Bauteile sind optional zu verwenden. Die versenkten Gravuren wirken für ein Modell in diesem Maßstab stimmig. Paßzapfen sind keine vorhanden. Wer möchte, kann im Cockpit noch einige Details hinzufügen, so z.B. Spitzgurte, o.ä. Alle Ruderflächen sind fest angegossen. Wegen der Kleinserienherstellung sind die Details an einigen Kleinteilen noch verbesserungswürdig oder die Teile sollten ersetzt werden. Eine Gewichtsangabe für die Rumpfspitze fehlt leider in der Bauanleitung. Am Fahrwerk bieten sich noch Bremsleitungen an. Die Zeichnungen sind leicht verständlich und zeigen klar optionale Bauteile an. Das Klarteil wird seinem Namen nicht unbedingt gerecht und sollte, mangels Anternativen, benutzt werden.

 

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Die Details:

Laut Bauplan soll das Heck als separate Baugruppe gebaut und dann an den Rumpf geklebt werden. Hier ist es sicherer, die Heckteile zuerst an den Rumpf zu kleben und dann beide Hälften zu verbinden. So erreicht man einen fugenlosen Übergang der Baugruppen. Der Markierungsbogen ist glänzend und versatzfrei gedruckt. Eine farbiger Lackiervorschlag für beide Versionen, basierend auf RLM-Farben, befindet sich auf der Kartonrückseite.

 

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Der Bauplan:

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Ein Fazit:

Auch wenn die Details dieses Bausatzes sich nicht mit vergleichbaren Bauteilen einer Großserienfertigung messen können, so bilden alle Einzelteile des Modells der Messerschmitt Me 309 von RS Models ein recht stimmiges Replik des Originals.

 

Eine mögliche Bezugsquelle gibt es bei unserem Fördermitglied Modellbaier.

Weitere Informationen zum Hersteller RS Models gibt es hier.

 

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz