t1a  16.12.2018
  Bausatzvorstellung: Sd.KfZ 184 "Ferdinand"
  (Zvezda, Art.Nr. 5041 , Maßstab 1:72)
  von Peter Theisen

 

 

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Das Original:
Porsche beteiligte sich an der Entwicklung des Kampfpanzer VI mit einem neuartigen Antriebskonzept mit Elektromotoren sowie einem neuartigen Fahrwerk. Das Konzept entspricht in etwa der in heutigen Pkw verwendeten Hybrid Technik. Den notwendigen Strom für die Fahrmotoren lieferten 2 Benzinmotoren, der Antrieb über Elektromotoren an den Treibrädern. Leider war die Technik noch nicht ausgereift und für den neuen Kampfpanzer wurde ein konventionelles Antriebskonzept mit herkömmlichem Getriebe ausgewählt. Die schon gefertigten Porsche Fahrwerke wurden auf Befehl der obersten Heeresleitung als Basis für einen überschweren Jagdpanzer verwendet. Dazu wurde ein stark gepanzerter Aufbau mit der in der Panzerabwehr bewährten 8,8 cm entwickelt. Mit einem Gewicht von rund 70 t war der mit Ferdinand bezeichnete Jagdpanzer einer der schwersten im WK2 eingesetzten Fahrzeuge, mit 25 km/h aber auch eins der langsamsten.


Die Jagdpanzer wurden an der Ostfront und auch in Italien eingesetzt. Im Panzerkampf bewährte sich das Fahrzeug. Aufgrund seiner eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und geringen Geschwindigkeit war er jedoch im Kampf gegen Infanterie und durch Luftangriffe von Jagdbombern sehr gefährdet. Daher wurden die meisten Ferdinand Jagdpanzer mit einem Bug-MG und einer neuen Kommandantenkuppel versehen und gingen nurn unter der Bezeichung Elefant in den Einsatz. Jedoch konnte auch diese Änderung nur wenig am Selbstschutz des Fahrzeuges ändern und so wurden fast alle Fahrzeuge zerstört.

 

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Das Modell:
Das Zvezda Modell des Ferdinand stammt aus neuen Werkzeugen und ist als Snap Kit ausgelegt. Der Zusammenbau kann größtenteils ohne Klebstoff erfolgen, die Bauteile werden einfach zusammengedrückt. Lediglich für Kleinteile wie Handgriffe wird Klebstoff zur Befestigung benötigt. In der Bauanleitung ist ein entsprechender Hinweis bei den Bauteilen zu finden. Durch die Stecktechnik fallen die Teile etwas robuster und damit grober aus, sie müssen ja den Druck beim Zusammenbau aushalten. Dies gilt für insbesondere für die Lampen und das Bordwerkzeug.
Die Spritzrahmen sind sauber ausgeführt, keine Fischgräte vorhanden und Auswerferstellen nur auf den Innenseiten der Bauteile erkennbar. Die Angußstellen der Bauteile für Treib- und Leiträder sind sehr dünn und ermöglichen ein einfaches Abtrennen, ohne später die Zähne der Antriebskränze neu herausarbeiten zu müssen.

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Die Bauanleitung ist in russischer Sprache mit englischen „Untertiteln“ geschrieben und erläutert den Zusammenbau in 11 Schritten. Die einzelnen Baustufen werden durch in eine Art Sprechblase eingefügte Zusatzinformationen sehr ausführlich beschrieben. Die Anbauorte der Kleinteile sind eindeutig erkennbar. Die Ketten werden auf jeder Seite an den beiden mittleren Laufrollen auf entsprechende Zapfen gesteckt, durch die später anzubringende Außenhälfte der Laufrolle sind die Zapfen später nicht mehr erkennbar. Die Ketten müssen dazu mit den Fingern vorsichtig um Treib- und Leitrad gebogen werden. Durch die Befestigung des unteren und oberen Kettenteils an den Laufrollen wird auch der Durchhang der Kette realistisch dargestellt. Wie dies in der Praxis funktioniert, wird sich beim Zusammenbau zeigen. Laufwerk und Ketten sollten vor der Montage bemalt werden. Der weitere Zusammenbau dürfte dann kein Problem mehr sein.

 

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Die Farbangaben beziehen sich auf Zvezda eigene Farben, außerdem sind die entsprechenden Tamiya Farbnummern aufgeführt. In der Bauanleitung gibt es nur wenige Bemalungshinweise. Schön ist die beiliegende Bemalungsanleitung, hier kann man den Verlauf der Tarnfarben gut nachvollziehen.

 

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Darstellbare Fahrzeuge:
Die Decals sind für 3 Fahrzeuge der schweren Panzerjäger Abteilung 653 bei der Operation Zitadelle 1943 vorhanden und beschränken sich auf Balkenkreuz und Fahrzeugnummern. Bei den Balkenkreuzen ist ein leichter Verdruck zwischen dem weißen Hintergrund und den schwarzen Balken erkennbar.

 

Stärken: Sauber gespritzter Bausatz mit übersichtlicher Bauanleitung
Schwächen: Kleinteile wegen Snap Technik etwas grob ausgeführt

 

Fazit:
Zvezda bietet mit den Snap Kits gute Bausätze für einen weiten Bereich von Modellbauern an. Anfänger können sehr schnell ein schönes Modell zusammenbauen, das Modell bietet auf der anderen Seite eine gute Ausgangsbasis für erfahrene Modellbauer zum Bauen eines Top Modell, z.B. durch Verwendung von Zurüstteilen und Umbauten. Durch den schnellen Zusammenbau sind die Modelle auch für den Table Top Bereich interessant.

 

 Peter Theisen / Modellbauclub Koblenz