20181119 114110a  27.11.2018
 Testshot vorgestellt: Ford GT Le Mans 2017
 (Revell, Art.Nr. 07041, Maßstab 1:24)
 von Ingo Hempel

 

Das Original:

50 Jahre nach dem historischen Erfolg den Ford mit dem legendären GT40 über Ferrari erringen konnte, wiederholte sich dieses Ereignis im Jahr 2016 mit dem Sieg des neuen Le Mans Boliden genannt Ford GT über den erneuten Gegner aus Maranello. Revell nimmt sich nun den Nachfolger aus dem Jahr 2017 zur Brust und bringt ganz frisch den ersten Spritzgussbausatz des Ford GT im Renntrimm auf den Bausatzmarkt.

 

Der Bausatz:

Der mir vorliegende Testshot umfasst 88 Teile an acht weißen und zwei klaren Gießästen. Die Karosserie, Unterboden und Reifen liegen einzeln bei. Diese Tatsache wird sich gegenüber dem „normalen“ Bausatz wohl auch nicht mehr ändern. Die Bauanleitung erscheint wie jetzt üblich in Farbe, gut strukturiert und sollte für jeden verständlich illustriert sein. Der umfangreiche Decalbogen weiß wirklich zu überzeugen. Sauber gedruckt enthält er natürlich sämtliche Sponsorenlogos sowie die Startnummern und farblichen Markierungen für alle vier ins Rennen gegangenen Fahrzeuge.

Betrachtet man sich nun alle Teile und die Bauabschnitte der Anleitung ist man als erfahrener Modellbauer wohl wiedermal ein wenig hin- und hergerissen, was bei Revellbausätzen ja doch recht häufig vorkommt. Der Bausatz hat sicher seine Stärken, aber auch definitiv Schwächen. Im Ganzen wirkt das Fahrzeug für mich ein wenig schmächtig, für den Maßstab 1:24 eher etwas zu klein geraten.

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Die Details:

Gehen wir aber die einzelnen Bauabschnitte durch. Der Bau beginnt mit dem Cockpit, was für mich recht simpel gehalten ist. Sämtliche Komponenten, außer Sitz, Pedale und Armaturenbrett sind an der Cockpitwanne angegossen, werden aber mit Decals etwas aufgewertet. Durch die schmalen Scheiben des GT wird man aber später eh nicht sehr viel sehen können. Die Bodenplatte ist ebenfalls eher einfach gearbeitet mit einem Diffusor, der schlicht und einfach zu grob ausfällt und von erfahrenen Modellbauern definitiv ersetzt werden sollte. Als Nächstes findet der Motor seinen Weg auf das Chassis. Dieser ist recht gut gearbeitet und wertet das Modell auf, obwohl auch hier einige Nebenaggregate fehlen. Das dürfte am Ende aber auch wieder nicht auffallen unter der Karosserie. Daher ein Pluspunkt für den Motor. Nachdem das Kraftpaket seinen Platz eingenommen hat erfolgt das Aufrüsten mit allem was an einem Rennwagen technisch noch fehlt. Der Sicherheitskäfig ist zum Beispiel filigran gearbeitet und wertet daher auf, ebenfalls sämtliche Teile, die zur Beatmung des Motors dienen, obwohl da die Detailbemalung dem Original ein wenig hinterherhinkt. Mit Originalfotos lässt sich da aber ohne weiteres einiges verbessern. An den Achsen muss der Modellbauer aber wieder Abstriche hinnehmen, da diese sehr einfach mit Steckachsen aus Metall aufgebaut sind und detailfreudig ist nun mal anders. Höhepunkt der Aufhängungsgeschichte sind wohl die Bremsscheiben, denn diese sind detailliert gestaltet und verdienen daher wieder einen Pluspunkt. Den üblichen Streitpunkt Rad-Reifen-Kombination kann man beim GT eigentlich vernachlässigen. Die Felgen sind relativ fein gegossen und der Reifen erscheint nicht übermäßig hoch, kein Highlight, aber auch kein Minus.

 

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Die Schokoladenseite des Ford GT ist wohl eindeutig die Karosserie, die jetzt zum Einsatz kommt. Die 3-farbige Lackierung in weiß, blau und rot ist mit Sicherheit eine Herausforderung, durch die zweiteilige Ausführung wird dem Modellbauer aber auch geholfen. Einen weiteren Pluspunkt bekommen die Scheiben, diese liegen dem Bausatz einzeln mit bereits lackierten schwarzen Rändern bei und warten nur auf den Einbau, wobei ein Nacharbeiten an der einen oder anderen Stelle wohl trotzdem nötig ist. Ebenso positiv zu bewerten sind die Rückleuchten, die sich bereits in klar-rot präsentieren. Wer die Lackierung geschafft hat, für den sollten die letzten Baustellen wie Scheinwerfer, Spiegel und Heckspoiler keine große Herausforderung mehr sein, bevor die Anleitung auf ganzen drei Seiten die Anbringung der Decals erklärt. Damit sollte nun wirklich nix mehr schief gehen.

 

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Wenn also an diesem Bausatz alles passt, kann man als Fazit festhalten, dass hier wohl doch nicht die inneren Werte zählen, sondern eindeutig die leckere Verpackung der Rennflunder im Vordergrund steht. Ich persönlich freue mich jedenfalls trotz der Schwächen auf den Bau des Modells!

 

Text und Fotos: Ingo Hempel / PMC Riesa 96 e.V.