1a  08.07.2018
  Bausatzvorstellung: German Großes Torpedoboot G-39, 1916
  (FlyHawk, Art.Nr. FH1309 , Maßstab 1:700)
                                     von Bernd Heller

Das Original:
Die großen Torpedoboote der Kaiserlichen Marine vor und im 1. Weltkrieg waren nicht in Schiffsklassen unterteilt, wie es in anderen Ländern üblich war. Die deutsche Führung gab den Schiffswerften Vorgaben, welche Maschinen, Waffen oder Ausrüstung zu verwenden waren. Bei der Konstruktion der Boote wurde den Werften Spielraum gegeben. Deshalb wurden sie in den Bauort und das Baujahr (G für Germaniawerft, S für Schichau-Werke und V für AG Vulcan) unterteilt.

Die SMS G 39 zählte zur Klasse 1913 und war das 15. Boot dieser Reihe. Die Indienststellung war im August 1915. Sie war 79,5 Meter lang, 8,33 Meter breit und hatte eine Wasserverdrängung von 1.051 Tonnen. Die Bewaffnung bestand aus 3 Stück 8,8 cm Kanonen, 6 Torpedorohren und 24 Seemienen. Die Besatzung bestand au 83 Offizieren und Seeleuten.

Während der Skagerrakschlacht war G 39 das Führerboot der 1. Flotille. Als der Schlachtkreuzer SMS Lützow schwer beschädigt nach Wilhelmshaven verlegt wurde, nahm es Admiral Hipper auf und setzte ihn auf den Schlachtkreuzer SMS Moltke über. Zusammen mit G 37, G 38, G 40 und V 45 bildete das Boot den Gleitschutz für die SMS Lützow. Als der Kreuzer aufgegeben werden musste, nahm G 39 einen Teil der Besatzung der Lützow auf.

Die SMS G 39 war ab November 1918 im englischen Scapa Flow interniert und wurde dort am 21. Juni 1919, wie der Großteil der deutschen Flotte, selbstversenkt. Das Boot wurde im Juli 1925 gehoben und abgewrackt.

 

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Der Bausatz:
Der Bausatz ist ein alter Bekannter, denn er war bereits 2015 als G 37 in der limitierten Version des Bausatzes der SMS Lützow von FlyHawk enthalten. Jetzt, als G 39, ist er als separates Modell erhältlich. Alle Bauteile sind unverändert geblieben. Wer möchte, kann das Modell auch als eines der Schwesterboote von G 39 darstellen. Entweder als G 37, G 38 oder G 40. Keine späteren Boote, das diese um 3 Meter länger waren..

 

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Die Details und die Ausführung aller 42 Bauteile sind sehr fein und sauber. Das Modell kann leider nur als Wasserlinienmodell gebaut werden. Wer das Modell, z.B. mit Verspannungs- und Antennendrähten noch weiter aufwerten möchte, muß selbst recherchieren. Hierüber gibt die auf der Rückseite des Kartons gedruckte Bauanleitung leider keine Auskunft. Die Farben sind nach Mr. Hobby, Tamiya und WEM angegeben. Das fertige Modell der G 39 ist knapp über 11 cm lang und ideal dazu geeignet, in ein kleines und platzsparendes Diorama einzubetten.

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Neu von FlyHawk ist ein separat erhältlicher Maskierungsbogen mit der Artikelnummer FH710049. Dieser ist sehr hilfreich, wenn man sie die Mühe macht, die Holzstruktur an Deck darzustellen und diese vor dem Lackieren des Rumpfes zu schützen.

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Ausserdem gibt es inzwischen mit FH710047 auch noch eine Ätzteilplatine und mit FH710048 noch ein Präsentationsunterlage.

 

Fazit:

FlyHawk hat hier keine Neuheit aufgelegt, sondern eine Zweitverwertung betrieben. Das ist heutzutage gängige Praxis bei allen Modellbaufirmen und nicht negativ zu bewerten. Bei einem Ladenpreis von etwa 10€ erhält man, dank der kleinen, und filigranen Teile, einige Stunden Bastelspaß. Empfehlenswert!!

Eine mögliche Bezugsquelle für den Bausatz und den bisherigen Zurüstteilen direkt beim deutschen Importeur MBK gibt es hier.

 

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz