h1a  31.05.2018
  Bausatzvorstellung: Horten Ho-229 A
  (Brengun, Art.Nr. BRP144007 , Maßstab 1:144)
  von Bernd Heller

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Das Original

Über das Original braucht man nicht viele Wort zu verlieren, denn den meisten Modellbauern, die sich mit dem Thema Deutsche Luftwaffe WK2 beschäftigen, kennen die Nurflügelkonstuktionen der Gebrüder Horten aus den 1930'er und 1940'er Jahren.

Bei der Horten IX V1 handelte es sich um einen nicht-motorisierten Gleiter, der im März 1944 seinen Erstflug hatte. In die Horten IX V2 wurden erstmals zwei Strahltriebwerke vom Typ BMW 003 eingebaut. Dieser Erstflug fand Ende 1944 statt. Beim dritten Testflug im Dezember 1944 stürzte die Maschine ab und tötete den Piloten. Da die Luftwaffenführung Potential in der Konstruktion sah, wurde ein Auftrag zum Serienbau an die Gothaer Waggonfarbrik vergeben und die Maschine als Gotha Go 229 geführt.

Bei der Besetzung der Fabrik fanden amerikanische Truppen die Go 229 V3 in einem fast fertigen Zustand vor. Als Antrieb sollten zwei Jumo 004-Strahtriebwerke dienen. Die Maschinen V4, V5 und V6 waren bereits im Bau. Die V3 wurde in die USA verbracht und war dort bis 2013 im NASM eingelagert. Ich selbst hatte in den frühen 1990'er Jahren die Möglichkeit, die Maschine dort zu besichtigen. Seit 2014 befindet sie sich im Steven F. Udvar-Hazy Center, wo sie restauriert werden soll.

 

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Der Bausatz

Nach meinem Wissen ist der Bausatz von Brengun der erste der Go 229, der in Spritzguss in 1:144 hergestellt ist. Andere Maßstäbe wie 1:32, 1:48 und 1:72 sind bereits von anderen Modellbaufirmen bedient worden. Auch wenn 1:144 nicht zu meinem „Beuteschema“ passt, so habe ich mir den Bausatz doch zugelegt, weil mich diese elegante und zur damaligen futuristische Form fasziniert.

Der kleine Karton enthält drei Spritzlinge mit total 28 Bauteilen. Auf den Fotos wirken die Teile größer, als sie wirklich sind. Deswegen erscheinen hier die versenkten Gravuren auch etwas grob. Die Propotionen sind gut getroffen. Das Cockpit ist etwas spartanisch ausgestattet. Die weiteren Kleinteile für das Fahrwerk, Abdeckklappen, etc. habe eine Ähnlichkeit mit den Originalteilen. Wer hier „mehr“ haben möchte, muß dies in Eigenregie anfertigen oder abwarten, ob nicht doch z.B. ein Ätzteilset verfügbar sein wird. Und ob die V3 schon bewaffnet war kann ich auf den vorhandenen Fotos nicht erkennen. Das Klarteil ist einteilig und von gerade noch brauchbarer Qualität.

 

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Der Markierungsbogen ist matt gedruckt und erlaubt die Darstellung von vier Versionen. Zum einen die V3 zu ihrer Zeit in Deutschland, dann mit US-Beute-Kennung, so wie sie eingelagert war und zwei fiktive Einsatzmaschinen aus dem Jahr 1946. Die kompakte Bauanleitung ist leicht verständlich aufgebaut und sollte auch von Modellbaueinsteigern gemeistert werden.

 

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Fazit

Bei einem Preis von etwa 11 EUR verspricht das Modell einen schnellen Bastelerfolg und das gerade handflächengroße Modell lässt sich platzsparend in der Vitrine unterbringen.

Empfehlenswert!!

Eine mögliche Bezugsquelle direkt beim Hersteller gibt es hier.

 

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz