20180520 1332241a 23.05.2018
 Testshot vorgestellt: 2010 Ford Shelby GT500
 (Revell, Art.Nr. 07044, Maßstab 1:25)
 von Ingo Hempel

 

 

Bereits vor über fünf Jahren brachte Revell den bulligen Shelby Mustang des Jahres 2010 im großen Maßstab 1:12 auf den Modellbaumarkt. Aktuell erschien vor kurzer Zeit die geschrumpfte Version des gleichen Fahrzeugs im Maßstab 1:25, welche ich hier auf meinen Tisch bekommen habe. Mein Bausatz scheint eine Mischung aus Testshot und Serienmodell zu sein, denn es gibt schon farbige und verchromte Gießäste, auch die Bauanleitung liegt schon in Farbe bei, diese allerdings nur in einzelnen Blättern und ohne Karton. Die Decals suchte ich leider ebenfalls vergeblich. Ersatz ist allerdings von einem Modellbaukollegen unterwegs, damit es dann im Rahmen des Bauberichts auch richtig flutschen kann.

 

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Ein erster Blick auf die vielen kleineren Spritzlinge (11 Stück) stimmt durchaus positiv, die kleinen Schwächen, die ich bei diesen Bausätzen immer erwarte, stellen sich beim genaueren Hinsehen aber ein. Ganz grob angefangen besteht der Bausatz aus zehn hellgrauen Gießästen mit allen möglichen Teilen. Ein Gießast mit Karosserieanbauteilen liegt in Rot bei, genau wie die Karosserie selbst. Den Bausatz komplettieren dann noch ein klarer und ein verchromter Gießast mit den Scheiben bzw. den Felgen und Lampeneinsätzen. Vier profilierte Reifen aus Gummi bekommt der Modellbauer selbstredend ebenfalls mit diesem Bausatz geliefert.

Kommen wir aber zu den positiven Details und den weniger schönen Lösungen. Der Bau beginnt mit dem Motor. Dieser ist schon mal sehr schön und relativ detailliert umgesetzt und kann am Ende auch mittels einer zu öffnenden Haube gut einsehbar gezeigt werden. Wird der Motor dann aber in das Chassis eingesetzt, stören da die angegossenen Nebenaggregate wie die Batterie den Gesamteindruck. Schön, dass sie da sind, aber es wird dem Modellbauer in Punkto lackieren ein wenig schwer gemacht.

 

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Weiter geht es mit den Sitzen. Diese sind recht detailliert gestaltet, zweiteilig bieten sie aber auch Raum für unnötige Schleifarbeiten. Dafür punkten die zweifarbig zu gestaltenden Sitze mit Decals für eine Erleichterung beim Lackieren und nervenaufreibendes Abkleben entfällt an dieser Stelle. Auch die Türinnenverkleidungen tragen mit angedeuteten Gurtschlaufen an der B-Säule zum Anregen der Phantasie des Modellbauers bei und schreien nach zugerüsteten Gurten.

Die Hochzeit zwischen Motor, Innenraum und Chassis steht als nächstes auf dem Programm. Der Unterboden ist schön gestaltet und bietet gute Detaillösungen. Alle Achsteile sind vorhanden und zweckmäßig, besondere Details fehlen, können aber sicher verschmerzt werden. Ein wenig schmächtig wirkt die gesamte Auspuffanlage, aber wir reden halt immer noch über die Unterseite des Modells.

Sprechen wir als nächstes über die Bremsen. Nein lieber doch nicht, denn die sind sehr enttäuschend. Eine flache Plastikscheibe soll mit einem Decal versehen werden, damit es nach geschlitzten Bremsscheiben aussieht. Sorry, das ist mit den heutigen technischen Möglichkeiten nicht das Maß der Dinge. Mal sehen was der Aftermarket anzubieten hat.

 

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Die wenigen Chromteile können schon fast vernachlässigt werden, denn die Felgen sollen lackiert werden und die Shelby-Schlangen können nicht überzeugen und werden daher sicher gegen Ätzteile ersetzt. Wenn es schon um Felgen geht seien die Reifen gleich mit erwähnt. Sie wirken nicht ballonhaft wie so oft, und sind gut profiliert, auch wenn das Profil etwas tiefer ausfallen könnte. Die Rad-Reifen-Kombination bekommt also einen Daumen nach oben.

Scheiben und Lampenabdeckungen sind sehr sauber gegossen und auch die schwarzen Anteile sind gut zu erkennen, damit der Modellbauer beim Abkleben nicht verzweifeln muss. Also durchaus als positiv zu bewerten.
Kommen wir als Letztes noch zu den Karosserieteilen. Die beiden Stoßstangen liegen als Einzelteile bei. Wenn sie gut an die Karosserie passen ist es eine gute Idee. Eine zu öffnende Haube ist wie schon angesprochen ebenfalls enthalten und auch eine angedeutete Dämmung von unten ist vorhanden. Diese hätte sauberer dargestellt werden können und auch die vier Sinkmarken braucht kein Mensch, aber sonst ein schönes Detail. Die Lüftungsgitter bieten für den erfahrenen Modellbauer wieder Raum zum weiteren detaillieren, für den nicht so versierten Bastler reichen die im Bausatz enthaltenen Teile durchaus zu.

Alles in allem sind die Teile sauber produziert, es gibt wenige Grate zu entfernen und nur die Motorhaube zeigt wie schon erwähnt sichtbare Auswurfmarken. Somit bietet der Bausatz ein ordentliches Gesamtpaket für den Hobbymodellbauer. Für den ambitionierten „Profi“ bietet er aber auch einige Ansatzpunkte für Verbesserungen. Die Schwächen können einen guten Gesamteindruck aber nicht schmälern, so dass Preis-Leistung meiner Meinung nach doch größtenteils sehr zufriedenstellend ausfallen.

 

Weitere Informationen zum Bausatz gibt es hier.

Die Bauanleitung kann hier für private Zwecke von der Revell-Webseite geladen werden.

 

Ingo Hempel / PMC Riesa 96 e.V.