Y1a  11.02.2018
  Bausatzvorstellung: Yakovlev Yak-1 Winter
  (Brengun, Art.Nr. BRP72023 , Maßstab 1:72)
  von Bernd Heller

Das Original

Die Yak-1 war das erste Flugzeug des Herstellers Yakovlev und Vorreiter einer Reihe von sehr erfolgreichen Konstruktionen. Mit diesem Entwurf sollten ab 1939 die veralteten Maschinen vom Typ I-15, I-16 oder I-153 ersetzt werden. Möglicherweise dienten Details der zu der damaligen Zeit sehr fortschrittlichen Heinkel He 100 als Grundlage, denn Russland kaufte zu dieser Zeit einige dieser deutschen Maschinen. Der als I-26 genannte Prototyp hatte im Januar 1940 seinen Erstflug. Ab Oktober 1942 wurde die Maschine als Yak-1 bezeichnet. Verbesserungen nach Erfahrungen von der Front flossen in die laufende Produktion mit ein. Im Vergleich war die russische Maschine besser als die Bf 109 E, wurde jedoch von der Bf 109 F übertroffen. Nach fast 8.800 gebauten Maschinen wurde die Produktion der Yak-1 im Juli 1944 eingestellt. Auf diese Konstruktion bauten die weiteren Maschinen Yak-7 und Yak-9 auf.

Eine einzige Yak-1 ist in einem russischen Museum im Originalzustand erhalten geblieben. Ergänzt wird diese um zwei Wrackfunde, die entweder flugfähig restauriert wird, bzw. in ihren Fundzustand ausgestellt ist.

 

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Die Yak-1 als Modell

Erste Spritzgussbausätze der Yak-1 in 1:72 gab es seit den 1970'er Jahren von denen sich Wiederauflagen von verschiedenen Firmen bis in die 2000'er fortsetzten. Ab dieser Zeit galt der Bausatz von Amodel als beste Wahl. Dieser wurde ab 2016 von Brengun abgelöst, der momentan als der bester Bausatz am Markt in diesem Maßstab gilt. Der vorliegende Bausatz ist die dritte Variante und enthält jetzt Bauteile für eine Yak-1 mit Skiern für den Wintereinsatz.

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Der Bausatz

Brengun liefert hier die dritte Variante der Yak-1. Ergänzt wird der bekannte Bausatz (58 Einzel- und 10 Klarteile) um 15 Resinteile für das Ski-Fahrwerk und die Raketenbewaffnung. Die Ätzteilplatine wurde leicht verändert und ein neuer Markierungsbogen beigelegt. An einigen Stellen muß etwas „Fischhaut“ entfernt werden. Für einen Kleinserienbausatz sind die Details der Bauteile gut gelungen. Gut ist ebenfalls das die Struktur der Rumpfkonstruktion auf der Innenseite der Rumpfhälten angedeutet ist. Die Ätzteilplatine enthält sinnvolle Bauteile. Hier wären auch noch Sitzgurte gut gewesen. Die muß man sich leider selbst organisieren. Auch sind alle Ruderflächen fest angebracht. Wer hier etwas mehr „Leben“ möchte, muß zur Mikrosäge greifen oder schauen, was der Zubehörmarkt so anbietet. Inzwischen bietet Brengun selbst eine Zusatz-Platine mit u.a. Sitzgurten (Art. BRL72111) und eine Vaku-gezogene Kabinenverlagung (BRL72120) an.

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Die Resinteile sind blasenfrei gegossen und haben an den sichtbaren Stellen kleine, bzw. dünne Angüsse. Nach einer Politur sollten die Klarteile gut brauchbar sein. Wenn die Bauteile dünnwandig genug sein sollten, dann kann die Kabine auch geöffnet dargestellt werden (Schiebehaube). Notfalls muß man sie geschlossen bauen.

 

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Die Bauanleitung ist leicht verständlich aufgebaut und besteht aus einem s/w- A4-Blatt. Der Markierungsbogen ist glänzend bedruckt. Möglicherweise sind die Markierungen etwas dick gedruckt. Aber der Eindruck kann auch täuschen. Die Bemalungsvorschläge finden sich auch der Kartonrückseite und erlauben die Darstellung von sieben Maschinen. Die Farben beziehen sich auf keinen speziellen Anbieter.

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Fazit:

Auch wenn die Yak-1 Reihe von Brengun es qualitativ nicht mit den sog. Großserienherstellern aufnehmen kann, so ist der Bausatz doch der aktuell Beste zu diesem Vorbild. Für 2018 ist eine weitere Version mit Abzeichen als deutsche Beute-Maschine angekündigt.

Weitere Information zum Hersteller Brengun sind hier zu finden.

 

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz