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 Bausatzvorstellung: Deutsches Kleinst-U-Boot "Molch"
 (MikroMir, Art.Nr. 35-008, Maßstab 1:35)
 von Bernd Heller

 

Das Original:

Der „Molch“ war ein Kleinst-U-Boot der deutschen Kriegsmarine in WK2 und wurde bis Januar 1945 noch in nennenswerter Stückzahl hergestellt und eingesetzt. Die Entwicklung dazu begann im Frühjahr 1944 und ein erster Prototyp wurde in Juni 1944 erprobt. Das U-Boot hatte eine Länge von 10,78 Metern, eine Breite von 1,82 Metern und eine Wasserverdrängung von 8,4 Tonnen. Angetrieben wurde der „Molch“ von einem Elektroantrieb, der mit seinen 10 kW (13 PS) eine Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h (aufgetaucht) und 9 km/h (getaucht) erreichte. Die Tauchtiefe lag bei 60 Metern und der Aktionsradius bei 93 Seemeilen. Die maximale Tauchzeit betrug 50 Stunden. Bewaffnet war das Boot mit zwei Torpedos vom Typ G7e, die links und rechts vom Rumpf außen montiert waren.

In der Erprobung erwies sich der „Molch“ als sehr schwer zu steuern. Deshalb verzögerten sich die erste Einsätze bis September 1944 in Italien und im Dezember 1944 in den Niederlanden. Jedoch war die Kampfleistung der Boote so schwach, das sie ab dann nur noch zu Schulungszwecken verwendet wurden. Von den etwa 370 gebauten „Molch“, sind nur einige Boote erhalten geblieben, die heute rund um den Globus in Museen ausgestellt sind.

 

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Der Bausatz:

Der Bausatz von MikroMir ist eine erfreuliche Bereicherung, denn es ist der erste Spritzgussbausatz dieses Typs in diesem Maßstab. Der „Molch“ besteht aus 49 Einzel- und 10 Klarteilen. Hinzu kommt noch zwei Ätzteilplatine mit 39 Bauteilen, ein Markierungsbogen und eine Bauanleitung.

 

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Die Qualität der Kunststoffteile entspricht einer Kleinserienherstellung. d.h. Wer sein Modell noch verbessern möchte, wird reichlich Gelegenheit dazu finden. Es sind einige erhabenen und versenkte Details vorhanden. Inwieweit die versenkte Gravuren am Modell mit einem geschweißten Rumpf im Original zusammenpassen kann ich als Laie nicht beurteilen. Die Details an den Torpedos werten das ganze Modell etwas auf. Ein Displayständer mit Namensschild ist bei den Bauteilen enthalten. Die Klarteile sind ein Stück zu Dick. Aber da auch keine Inneneinrichtung vorhanden ist, bzw. diese am fertigen Modell auch nicht zu sehen wäre, kann das auch vernachlässigt werden.

 

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Der Markierungsbogen erlaubt die Darstellung von 5 U-Booten. Wovon die beiden Versionen mit der Haifischlackierung am Bug am attraktivsten sind. In wie weit die Markierungen auf Weichmacher reagieren ist unbekannt. Hier besser auf Nummer sicher gehen und vorher ausprobieren. Die Bauanleitung besteht aus einer s/w DIN A4 Seite und sollte auch für den wenig erfahrenen Modellbauer brauchbar sein. Die Farben der Lackierungen sind keiner speziellen Firma zugeordnet.

 

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Für den Maßstab 1:35 ist das Modell nicht gerade klein. Das schlägt auch auf den Preis von etwa 50,- € durch. Aber das dürfte immer noch ein Stück günstiger sein als die Resinbausätze von Verlinden (wenn überhaupt noch zu bekommen) oder U-Models.

 

Der „Molch“ von MikroMir ist eine schöne Grundlage für ein Diorama mit diversen Figuren und passendem Zubehör. Davon gibt es in diesem Maßstab ja eine große Auswahl.

 

Weitere Information zu MikroMir sind hier zu finden.

 

   

Bernd Heller / Modellbauclub Koblenz