Foto 1  10.10.2017
  Testshot vorgestellt: Panzerhaubitze M109G
  (Revell, Art.Nr. 03305, Maßstab 1:72)
  von Thomas Schäffter

 

Dem DPMV liegt wieder ein Testshot einer Neuheit von der Firma Revell vor. Es handelt sich um den Bausatz einer Panzerhaubitze M 109 G im Maßstab 1:72, der im Oktober in den Handel kommt. Von der M 109 G gab es bisher keinen Spritzgussbausatz, nur einen teuren Resinbausatz der Firma OKB Grigorov. Komischerweise nehmen sich dieses Jahr mehrere Firmen die Panzerhaubitze vor, so sind späte Versionen von der Firma Riich.Models verfügbar und weitere Versionen von Toxso Model angekündigt. Die frühe Variante hat aber keiner im Angebot.

 

Geschichte:

Die mit einem Kaliber 155 mm bewaffnete Panzerhaubitze M109 wurde in den USA hergestellt. Mitte der 1950er Jahre, also zur Zeit des Kalten Krieges, begann die Entwicklung dieser Waffe, die ab 1962 bei vielen Staaten eingesetzt wurde. Auch wurde sie sie Standard-Panzerhaubitze der NATO. Auch war sie bei der Bundeswehr im Einsatz, wo zwischen 1964 und 1972 total 586 Stück der Versionen M109A1 und A2 gekauft und in Deutschland zur M109G umgerüstet. Später gab es noch die Versionen M109A3GA1 und GA2. Ab dem Jahr 2007 wurden sie durch die Panzerhaubitze 2000 abgelöst. Mit über 5000 Stück ist die M109 die meistgebaute Waffe ihrer Art weltweit.

 

Bausatz:

Der Bausatz ist mit Level 5 gekennzeichnet und dadurch nicht für Anfänger geeignet, immerhin sind 172 Einzelteile, die teils sehr klein und filigran sind, zu verbauen. Wo andere Hersteller das minimalistische bei Modellen in den Vordergrund stellen, wo die Laufwerke nur noch aus einem Teil bestehen, muss man bei Revell schon 10 Teile für eine Kette verbauen und da sind noch nicht mal die Laufrollen mit dabei.

Der Bausatz besteht aus 10 unterschiedlichen dunkelgrauen Spritzlingen, wobei die Spritzlinge C und D je zweimal vorhanden sind. Die Spritzlinge machen einen guten Eindruck, wobei viele Teile sehr filigran und zerbrechlich sind. Hier heißt es aufpassen. Versatz und Fischhaut waren nicht feststellbar. Dem Testshot-Paket fehlte der Spritzling H für die Erdsporne. Außerdem wird im Bausatz ein Decalbogen für 4 Versionen sein, der jetzt noch nicht vorlag. Man muss hier betonen, es ist ein Testshot, der noch nicht dem entspricht, was man später kaufen kann.

 

Die Aufteilung der Teile ist sehr komplex, so besteht die Unterwanne oder auch der Turm aus 5 Teilen, die zusammengeklebt werden müssen. Vielfach müssen Angussteile entfernt oder Löcher gebohrt werden, was darauf schließen lässt, dass es noch mehrere Varianten geben wird. Der Turm ist zwar drehbar, aber die Waffe nicht höhenrichtbar. Das Kanonenrohr ist zweiteilig vorhanden. Die Spritzgusskette besteht aus Teilabschnitten und das Fahrwerk ist ausreichend detailliert. Die Panzerhaubitze ist in Fahr- und Feuerstellung darstellbar. Auf dem Turm sind unterschiedliche Kommandantenkuppeln mit unterschiedlichen MG Halterungen möglich. Das fertige Modell hat eine Länge von 91 mm. Zur Passgenauigkeit kann man erst was sagen, wenn der Bau begonnen hat. Darüber wird später zu berichten sein.

 

Kommen wir nun zu den einzelnen Spritzlingen:

 

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     Spritzling A              Spritzling B           Spritzling C (2x)       Spritzling D (2x)         Spritzling E

 

Fa   Foto 7a  Foto 8a   Foto 9a

      Spritzling F              Spritzling G             Spritzling I               Spritzling J

 

Details von den einzelnen Spritzlingen sind hier zu sehen:

 

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Die farbige Bauanleitung besteht aus 16 Seiten und führt übersichtlich durch 41 Bauabschnitte zum fertigen Modell.

 

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Die Bemalungsanleitung geht auf vier unterschiedliche Varianten der Panzerhaubitze M 109 G ein, wobei drei Fahrzeuge in Gelboliv bemalt werden müssen und eines in NATO - Dreifarben Tarnung. Die Farbangaben für die 14 unterschiedlichen Farbentöne beziehen sich auf das Sortiment von Revell.

 

Der Decalbogen hat Abziehbilder für 4 Versionen:


Artillerieschule, Idar-Oberstein, 1968
2./ Panzerartilleriebataillon 35, Dedelsdorf, 1970
2./ Panzerartilleriebataillon 315, Wildeshausen, 1982
3./ Panzerartilleriebataillon 135, Wetzlar, 1985

 

Fazit:


Endlich eine Panzerhaubitze M109G als Spritzgussmodell in 1:72! Lange hat es gedauert. Zwar nur für den fortgeschrittenen Modellbauer geeignet, aber die Aufteilung der Spritzlinge lässt hoffen, dass weitere Varianten noch aus dem Hause Revell kommen werden. Der Modellbauer für Bundeswehrfahrzeuge wird es danken.

Der DPMV möchte sich für die Bereitstellung des Testshot herzlich bei der Firma Revell bedanken. Ein Baubericht wird demnächst folgen.

 

Text und Fotos: Thomas Schäffter / Modellbauclub Hoyerswerda e.V.